Ich bin kein Bit & Byte...

Ich bin kein Bit & Byte...

oder doch?

Nach Kopfschmerzbeladenen Tagen, oder waren es Wochen, der Intensivbetreuung durch diverse Lebensverbesserungsinternetspezialseiten, oder hießen die Bautagebuch einfach für Handwerker, Zeit für dich Seminar, Projektoptimierungsmanagmentspezialsoftware für KMU bis hin zu Digitalisierung leicht gemacht, blieb nur noch eine Frage: „Was mache ich hier eigentlich, Stunde um Stunde, um Stunde? Meine Erkenntnis daraus möchten Sie wissen? Ganz einfach:

ICH BIN EIN MENSCH: ich fühlte mich überfordert, desinformiert, zu getextet, überrannt, bevormundet, Lebensqualitätsenteignet, meines freien Willens beraubt und als Mensch auf ein digitales Etwas degradiert. Die einfache Frage die ich mir stellte war: „Was tun alter Recke, bist ja schon 55, obwohl du dich gerade wie 98 fühlst?“. Nun die Lösung, werte Kolleginnen und Kollegen ist eine ziemlich simple. Es gibt einen schönen Lebenssatz: „Die Wahrheit liegt in der Mitte“. Mit diesem schönen Satz habe ich mich dann angefreundet.

Deshalb gebe ich gerne einen Überblick, was ich nun tatsächlich in meinem Betrieb digitalisiert habe.

Auch wenn es anders scheint: „Ich bin für Digitalisierung, aber bitte mit Augenmaß“.

Wir erfassen Arbeitszeiten digital. Begründet liegt dies in unseren Lohnintensiven Projekten. Wir arbeiten überwiegend im Tagelohn im Bereich der Fachwerkrestaurierung. Die digitale Zeiterfassung ist eine echte Zeitersparnis, da ich diese Daten für transparente Kundenabrechnungen nutzen kann. Hierbei konnte ich sogar etwas lernen: Diese Art der Transparenz schafft Vertrauen. Gleichzeitig nutze ich die Daten für die Lohnabrechnung meiner Angestellten. Trotzdem, weil es schlicht und ergreifend besser die Begebenheiten der Baustellen spiegelt: „Wir führen tatsächlich ein analoges Bautagebuch“. Hierfür brauchen wir keinen Kugelschreiber hochfahren und uns auf dem Server einloggen. Auch hier habe ich festgestellt, dass durch Transparenz und eine gelebte Kommunikation das Hinterfragen unserer Kunden stetig abnimmt. Das nennt man Vertrauen und dafür danke ich meinen Kunden. Für die Angebots-, Abschlags- und Rechnungsprozesse nutzen wir ein übliches Handwerkerprogramm.

Das Auffinden unseres Unternehmens incl. einer Möglichkeit unser Handeln einzuschätzen, wird über eine Homepage gewährleistet. Fertig. Das ist eine langfristige Investition in die Zukunft des Unternehmens. Die Buchhaltung mache ich selber mit einem kleinen professionellen Programm und die Lohnabrechnungen werden extern erstellt. So habe ich meine Mitte gefunden in meinem kleinen aber feinen 5-Mann/Frau Betrieb. Und ja, ich kann mit GOBD, Zugpferd, PDF A-Format und sonstigen netten Begrifflichkeiten aus dem Leben etwas anfangen. Ich habe ja schließlich jede Menge Langeweile. Wenn ich mich recht entsinne, habe ich dank Digitalisierung, ja ich gestehe, manchmal liebe ich diesen Begriff, in Erfahrung bringen können, dass ich im August 268 Stunden in meinem Betrieb verbracht habe. Soviel zu dem Thema Freizeit. Fragezeichen? Ich sehe sie schon! Meinen Stundenlohn wüssten Sie gerne? Kein Thema:“ 2008 habe ich den, so aus Spaß, sogar analog, mal ausgerechnet: Sie werden es nicht glauben. Ein Wahnsinn, ich war beindruckt: Ich habe mich unter Mindestlohn selbst beschäftigt. Ist das eigentlich strafbar? Naja, ist bestimmt verjährt.

So, kommen wir langsam zum Ende. Ich bin jetzt sozusagen digitalisiert, mehr brauche ich nicht. Wenn, ja, wenn da nicht unser lieber Papa oder heißt es Mama Staat, die EU, die Länder, die Kommunen und die Taube auf dem Dach wären. GOBD, DSGVO, Statistiken für alle möglichen Institutionen, Nachweise für alles Mögliche. Fehlt noch was? Die Liste könnte länger werden: Bauvertragsrecht;  AGB´s; Stundenerfassung, aber bitte schön dokumentieren; BG-Bau; SOKA-Bau; Krankenkassen…………………………………

mir reicht es. Ich bin ein Handwerker. Ich möchte Hand werken. Natürlich kann ich vieles digital abarbeiten. Dennoch, ich habe diesen tollen Beruf nicht erlernt um nur noch Erfüllungsgehilfe des Systems zu sein.

Was ich für ein seltsamer Vogel bin, möchten Sie wissen?

Ganz einfach: ICH BIN EIN EHRBARER HANDWERKER und,

ich brauche kein Regulativ, wie auch immer dies aussehen mag. Hierzu eine nette Erklärung bei Wikipedia: Ein Regulativ ist eine Kraft auf ein System oder in einem System, die die Einzelwirkung der einzelnen Elemente im Sinne des Systems begrenzt und gegeneinander ausgleicht. Fragen? Ich nicht.

Solange Politiker, Entscheider in der Wirtschaft, in Kommunen, Behörden wo auch immer, ihre, ich hoffe mal vorhanden gewesenen Ideale, nicht wieder aus der untersten Schublade hervorkramen und sich daran erinnern, dass wir Menschen sind, solange wird dieser Nonsens weitergehen. Wir brauchen kein Softwareprogramm und auch keine Regularien die uns unsere Eigenverantwortung und die Verantwortung gegenüber unseren Kunden versuchen abzunehmen.  Ich bin Unternehmer aus Überzeugung und stelle mich mit Freude meiner Verantwortung.

Mein persönliches Fazit: „Ich benutze mein Gehirn UND mein Herz, dafür haben ich das schließlich von wem auch immer mitbekommen. Net schwätze, mache“

Viel Spaß beim Digitalisieren,

Peter Schneider                                                                                                 
Meister und geprüfter Restaurator im Maurerhandwerk und im Hauptberuf: MENSCH!